Das große Glossar für Fernstudium und Fernlehrgang: Alle Begriffe verständlich erklärt

Der Schritt in die berufliche oder akademische Weiterbildung ist ein Meilenstein – doch der Weg dorthin führt oft durch einen Dschungel aus Fachbegriffen. Was genau ist der Unterschied zwischen einem Fernstudium und einem Fernlehrgang? Was bedeuten Abkürzungen wie ECTS, ZFU oder Blended Learning? Und welche Zulassungsvoraussetzungen gelten für ein berufsbegleitendes Online-Studium?

Ob Sie sich beruflich neu orientieren, auf der Karriereleiter aufsteigen oder einfach Ihren Wissensdurst stillen möchten: Die richtige Entscheidung für eine Weiterbildung erfordert Klarheit.

In unserem umfangreichen Fernstudium-Glossar übersetzen wir das Fachchinesisch der Bildungsanbieter in verständliches Deutsch. Wir erklären Ihnen kurz, präzise und auf den Punkt, was die wichtigsten Begriffe aus der Welt des Distanzlernens bedeuten.


Akkreditierung

Ein Qualitätssiegel für akademische Studiengänge (Bachelor/Master). Unabhängige Agenturen prüfen, ob das Fernstudium wissenschaftlichen Standards entspricht. Eine erfolgreiche Akkreditierung garantiert die staatliche und internationale Anerkennung des Abschlusses.

Alumni

Die Absolventinnen und Absolventen einer Hochschule oder Weiterbildungseinrichtung. Viele Fernhochschulen bieten Alumni-Netzwerke für den beruflichen Austausch an.

Asynchrones Lernen

Eine Lernform, bei der die Lernenden zeit- und ortsunabhängig arbeiten. Sie nutzen aufgezeichnete Vorlesungen, Skripte oder Foren, wann es ihnen am besten passt.

Aufstiegs-BAföG (ehemals Meister-BAföG)

Eine staatliche Förderung für berufliche Aufstiegsfortbildungen (z. B. zum IHK-Fachwirt, Industriemeister oder staatlich geprüften Betriebswirt). Es besteht aus Zuschüssen, die nicht zurückgezahlt werden müssen, sowie einem zinsgünstigen Darlehen.

AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung)

Ein wichtiges Zertifikat für Bildungsanbieter. Nur wenn ein Fernlehrgang nach AZAV zugelassen ist, können die Kosten dafür zu 100 % über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanziert werden.

Bachelor

Der erste akademische Grad, den du an einer Fernhochschule erlangen kannst. Ein Bachelor-Fernstudium dauert meist 6 bis 8 Semester (in Teilzeit) und qualifiziert für den Berufseinstieg oder ein anschließendes Masterstudium.

Bildungsgutschein

Ein Förderinstrument der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Er wird an Arbeitssuchende oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen vergeben und deckt die kompletten Weiterbildungskosten eines AZAV-zertifizierten Fernlehrgangs ab.

Bildungsurlaub

Ein gesetzlicher Anspruch für Arbeitnehmer auf bezahlte Freistellung für anerkannte Weiterbildungen. Die Regelungen variieren je nach Bundesland.

Blended Learning (Integriertes Lernen)

Ein Lernkonzept, das klassisches E-Learning (Selbststudium zu Hause) mit gelegentlichen Präsenzveranstaltungen (vor Ort oder als Live-Online-Seminar) kombiniert.

Campus (virtuell)

Das digitale Herzstück jedes Fernstudiums. Auf dieser Online-Lernplattform laden Studierende Skripte herunter, tauschen sich in Foren aus, reichen Hausarbeiten ein und verwalten ihre Noten.

Credit Points (CP) / ECTS

Leistungspunkte im europäischen Hochschulsystem (European Credit Transfer and Accumulation System). Sie messen den Arbeitsaufwand (Workload). Ein ECTS-Punkt entspricht etwa 25 bis 30 Arbeitsstunden.

Diploma Supplement

Eine standardisierte englisch- und deutschsprachige Textbeilage zum Zeugnis. Es erläutert die genauen Inhalte und den Status des absolvierten Studiums, um den Abschluss international vergleichbar zu machen.

Duales Fernstudium

Eine Kombination aus praktischer Arbeit in einem Unternehmen und theoretischem Fernstudium. Die Praxisphasen finden im Betrieb statt, während die Theorie ortsunabhängig und flexibel über digitale Lernplattformen erworben wird.

ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System)

Ein europaweites System zur Anrechnung von Studienleistungen. Wenn du ein akademisches Fernstudium absolvierst, sammelst du pro Modul ECTS-Punkte (Credit Points). Sie machen deinen Abschluss international vergleichbar und ermöglichen den Wechsel zwischen Hochschulen.

E-Learning

Der Überbegriff für alle Formen des elektronisch unterstützten Lernens mithilfe digitaler Medien (Videos, Podcasts, interaktive Quizze).

Einschreibung (Immatrikulation)

Die offizielle Anmeldung und Aufnahme an einer Fernhochschule. Bei vielen privaten Anbietern ist die Einschreibung jederzeit möglich, bei staatlichen oft nur zum Winter- oder Sommersemester.

Einsendeaufgabe

Eine Leistungskontrolle im Fernlehrgang. Am Ende eines Studienheftes bearbeitest du Aufgaben und reichst diese (meist digital über den Online-Campus) bei deinem Tutor ein. Du erhältst daraufhin eine Note und persönliches Feedback.

Exmatrikulation

Die formale Abmeldung oder der Ausschluss von der Hochschule, meist nach erfolgreichem Abschluss oder bei Abbruch des Fernstudiums.

Fernhochschule

Eine Fernhochschule ist eine staatlich anerkannte Hochschule (oft Fachhochschule oder Universität), die akademische Fernstudiengänge anbietet. Sie darf akademische Grade wie Bachelor oder Master verleihen.

Fernlehrgang

Eine berufliche Weiterbildung, die nicht mit einem akademischen Grad abschließt, sondern z. B. mit einem instituts-internen Zertifikat oder einem IHK-Abschluss. Anbieter müssen von der ZFU zertifiziert sein.

Fernschule / Fernlehrinstitut

Ein privater Bildungsanbieter für nicht-akademische Weiterbildungen. Fernschulen bieten Lehrgänge an, die mit institutsinternen Zertifikaten, staatlichen Prüfungen oder IHK-Abschlüssen enden.

Fernstudium

Ein akademisches Studium (Bachelor, Master, MBA), das überwiegend im Selbststudium und über digitale Medien absolviert wird. Es ist einem Präsenzstudium rechtlich vollkommen gleichgestellt.

Fernuniversität

Eine staatliche oder private Universität, die sich auf das Distanzlernen spezialisiert hat. Die bekannteste staatliche Einrichtung in Deutschland ist die FernUni Hagen.

Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG)

Ein wichtiges deutsches Gesetz zum Schutz der Teilnehmenden am Fernunterricht. Es regelt unter anderem Vertragsbedingungen, Kündigungsfristen und garantiert ein gesetzliches Widerrufsrecht.

IHK-Abschluss

Ein öffentlich-rechtlicher Abschluss der Industrie- und Handelskammer. Viele Fernlehrgänge dienen als gezielte Prüfungsvorbereitung auf IHK-Fortbildungen (z. B. Fachwirt, Bilanzbuchhalter). Diese Abschlüsse genießen in der Wirtschaft ein extrem hohes Ansehen.

Immatrikulation

Die formelle Einschreibung an einer Fernhochschule für ein akademisches Fernstudium. Damit erhältst du offiziell den Status als Student (inklusive Studentenausweis).

Kolloquium

Ein wissenschaftliches Prüfungsgespräch. Im Fernstudium meist die mündliche Verteidigung der Bachelor- oder Masterarbeit am Ende des Studiums.

Lernmanagementsystem (LMS)

Der technische Fachbegriff für den Online-Campus (z. B. Moodle, ILIAS oder proprietäre Systeme der Hochschulen). Hierüber wird die gesamte Organisation und Inhaltsvermittlung des Distanzlernens abgewickelt.

Master

Der zweite akademische Grad, der auf einem Bachelor aufbaut. Ein Master-Fernstudium dient der fachlichen Vertiefung oder der Spezialisierung und ist oft Voraussetzung für höhere Führungspositionen.

Modul

Eine thematisch abgeschlossene Lerneinheit innerhalb eines Studiengangs. Ein Modul besteht oft aus mehreren Kursen (z. B. Skript, Webinar, Einsendeaufgabe) und schließt mit einer Modulprüfung ab.

Modulhandbuch

Ein Katalog, der alle Module eines Studiengangs detailliert beschreibt (Inhalte, Lernziele, Prüfungsform, ECTS-Punkte).

Nachteilsausgleich

Regelungen für Studierende mit Behinderung oder chronischen Krankheiten, um Chancengleichheit bei Prüfungen zu gewährleisten (z. B. Schreibzeitverlängerung).

Numerus Clausus (NC)

Die Zulassungsbeschränkung für bestimmte Studiengänge basierend auf der Abiturnote. Bei privaten Fernhochschulen gibt es für die meisten Studiengänge keinen NC.

Online-Campus

Das virtuelle Klassenzimmer deines Anbieters. Über dieses digitale Portal verwaltest du dein Fernstudium: Du lädst Skripte herunter, reichst Einsendeaufgaben ein, meldest dich zu Prüfungen an und tauschst dich in Foren mit Tutoren und Mitstudierenden aus.

Online-Proctoring (Online-Klausur)

Eine digitale Prüfungsform, bei der du deine Klausur von zu Hause aus am eigenen Rechner schreibst. Um Täuschungen auszuschließen, wirst du dabei über deine Webcam und Bildschirmfreigabe von einer Software oder einer echten Person überwacht (Proctoring).

Präsenzphase

Feste Termine, an denen du physisch an einem Studienzentrum vor Ort sein musst. Bei modernen Fernlehrgängen sind Präsenzphasen oft auf ein Minimum reduziert oder komplett freiwillig.

Prüfungsleistung

Die Art und Weise, wie ein Modul abgeschlossen wird. Im Fernstudium können das Klausuren (oft auch als Online-Klausur), Hausarbeiten, Fallstudien oder mündliche Prüfungen sein.

Regelstudienzeit

Die vom Anbieter veranschlagte Dauer für den Lehrgang (z. B. 18 Monate). Der große Vorteil im Fernunterricht: Fast alle Anbieter erlauben eine kostenlose Verlängerung der Regelstudienzeit (oft um weitere 6 bis 12 Monate), falls du aus beruflichen oder privaten Gründen länger brauchst.

Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU)

Die zuständige Behörde in Deutschland, die zulassungspflichtige Fernlehrgänge überprüft und zertifiziert. Ein ZFU-Siegel garantiert, dass der Lehrgang fachlich und didaktisch für den Fernunterricht geeignet ist.

Studienheft / Skript

Das zentrale Lehrmaterial im Fernstudium. Es enthält den Lernstoff aufbereitet für das Selbststudium und wird entweder per Post verschickt oder als PDF/E-Book bereitgestellt.

Synchrones Lernen

Eine Lernform, bei der alle Teilnehmenden zur selben Zeit anwesend sind, sich aber an unterschiedlichen Orten befinden (z. B. bei Live-Webinaren oder virtuellen Vorlesungen).

Teilzeitstudium

Ein Studienmodell mit reduziertem Arbeitsaufwand pro Semester. Ideal für Berufstätige, verlängert jedoch die Gesamtdauer des Fernstudiums.

Tutor

Fachliche Betreuer und Ansprechpartner für ein bestimmtes Modul. Sie korrigieren Einsendeaufgaben, beantworten inhaltliche Fragen und moderieren Foren.

Urlaubssemester

Ein offiziell genehmigtes Pausen-Semester, in dem man weiterhin immatrikuliert bleibt, aber keine Prüfungen ablegt und meist auch keine Studiengebühren zahlt.

Virtuelles Klassenzimmer

Eine Software-Umgebung für synchrones Lernen (z. B. Zoom, MS Teams oder Adobe Connect). Hier können Dozenten live referieren und Studierende per Chat oder Mikrofon Fragen stellen.

Vorleistungen (Anrechnung)

Hast du bereits eine Ausbildung, Weiterbildungen (wie IHK-Abschlüsse) oder Studienleistungen erbracht? Viele Fernhochschulen prüfen diese Vorleistungen und rechnen sie auf dein Fernstudium an. Das spart dir bares Geld und verkürzt die Studienzeit oft erheblich.

Web-Based-Training (WBT)

Ein interaktives, multimediales Lernprogramm, das direkt im Webbrowser absolviert wird. Es beinhaltet oft kleine Tests zur sofortigen Lernkontrolle.

Webinar

Ein interaktives Seminar, das live über das Internet übertragen wird. Dozenten präsentieren ihre Folien und erklären den Stoff, während die Studierenden per Chat oder Mikrofon aktiv teilnehmen und Fragen stellen können.

Widerrufsrecht / Probemonat

Jeder seriöse Fernlehrgang in Deutschland bietet dir die gesetzlich vorgeschriebene Möglichkeit, den Kurs nach Anmeldung zu testen. Innerhalb dieser Frist (gesetzlich 14 Tage, von den meisten Anbietern auf 4 Wochen verlängert) kannst du den Vertrag ohne Angabe von Gründen und ohne Kosten stornieren.

Wissenschaftliches Arbeiten

Ein fundamentales Modul in fast jedem akademischen Fernstudium. Es vermittelt die Regeln zur Literaturrecherche, zum richtigen Zitieren und zum Aufbau von Haus- und Abschlussarbeiten.

Hier finden Sie eine Liste von wissenschaftlichen Arbeiten, welche von Prof. Dr. Jürgen Kühnlein betreut wurden.

Zertifikat

Ein Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an einem Fernlehrgang oder einer hochschulischen Weiterbildung. Im Gegensatz zu akademischen Graden (Bachelor/Master) bestätigt es gezieltes Spezialwissen.

ZFU (Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht)

Die wichtigste Kontrollbehörde für den Distanzunterricht in Deutschland. Laut Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG) muss jeder kostenpflichtige Fernlehrgang von der ZFU in Köln geprüft und zugelassen sein. Die ZFU prüft das Lernmaterial, die Verträge und die fachliche Qualifikation der Tutoren. Ein fehlendes ZFU-Siegel ist ein absolutes Ausschlusskriterium für einen Anbieter!


Wir haben in unseren FAQs 100 Antworten auf die meistgestellten Fragen gesammelt.

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